Erich Wolfgang Korngold (1897-1957)Oper in drei Bildern op. 12
Als Zwanzigjähriger schuf Erich Wolfgang Korngold seine erfolgreichste Oper, Die tote Stadt, basierend auf dem symbolistischen Roman von Georges Rodenbach, Bruge-la-Morte. Die Handlung pendelt zwischen Traum und Wirklichkeit mit vielfältigen Visionen der Hauptfigur Paul, der in der Tänzerin Mariette seine verstorbene Frau Marie wiederzufinden glaubt, bis er erkennen muss, dass ihn die Erinnerung an sie zu phantastischen Wahnvorstellungen verführt hat. Morbider Totenkult und pralles Theaterleben treffen ebenso wirkungsvoll aufeinander wie erotische Wunschvorstellungen auf spießbürgerliche Enge. Dem inhaltlichen Balanceakt zwischen Realität und Halluzination entspricht musikalisch das Schwanken zwischen romantisch-nostalgischem Pathos à la Puccini und der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts in der Nachfolge Zemlinskys, dem Lehrer des Komponisten. So wie der Protagonist am Ende der Stadt Brugge den Rücken kehrt, weil ein Weiterleben dort für ihn nicht mehr möglich ist, ein Traum ihm seinen Traum zerstört hat, wandte auch Korngold seiner Heimat den Rücken zu, um sein Heil in Hollywood zu suchen und Filmmusiken unter anderem für Max Reinhardt zu schreiben. Nach anfänglichem Erfolg war er als Opernkomponist in Vergessenheit geraten, nicht zuletzt, weil seine Kunst vom nationalsozialistischen Regime verboten wurde.
Die Doppelbödigkeit von Thema und Musik findet ihre Entsprechung in einer sinnlichen und zugleich strengen Konzeption, mit der das Regieteam bei den Salzburger Festspielen debütiert.
Erich Wolfgang Korngold (1897-1957)Oper in drei Bildern op. 12
Als Zwanzigjähriger schuf Erich Wolfgang Korngold seine erfolgreichste Oper, Die tote Stadt, basierend auf dem symbolistischen Roman von Georges Rodenbach, Bruge-la-Morte. Die Handlung pendelt zwischen Traum und Wirklichkeit mit vielfältigen Visionen der Hauptfigur Paul, der in der Tänzerin Mariette seine verstorbene Frau Marie wiederzufinden glaubt, bis er erkennen muss, dass ihn die Erinnerung an sie zu phantastischen Wahnvorstellungen verführt hat. Morbider Totenkult und pralles Theaterleben treffen ebenso wirkungsvoll aufeinander wie erotische Wunschvorstellungen auf spießbürgerliche Enge. Dem inhaltlichen Balanceakt zwischen Realität und Halluzination entspricht musikalisch das Schwanken zwischen romantisch-nostalgischem Pathos à la Puccini und der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts in der Nachfolge Zemlinskys, dem Lehrer des Komponisten. So wie der Protagonist am Ende der Stadt Brugge den Rücken kehrt, weil ein Weiterleben dort für ihn nicht mehr möglich ist, ein Traum ihm seinen Traum zerstört hat, wandte auch Korngold seiner Heimat den Rücken zu, um sein Heil in Hollywood zu suchen und Filmmusiken unter anderem für Max Reinhardt zu schreiben. Nach anfänglichem Erfolg war er als Opernkomponist in Vergessenheit geraten, nicht zuletzt, weil seine Kunst vom nationalsozialistischen Regime verboten wurde.
Die Doppelbödigkeit von Thema und Musik findet ihre Entsprechung in einer sinnlichen und zugleich strengen Konzeption, mit der das Regieteam bei den Salzburger Festspielen debütiert.