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JÄGERSTÄTTER
Felix Mitterer

„Er hat sich umbringen lassen für seinen Glauben! Ist das feig?“

Premiere: 4. November 2017, 19:00 Uhr
Schauspielhaus Salzburg, Saal


Der Name Franz Jägerstätter ist in Österreich zum Inbegriff des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus geworden. Jägerstätters Widerstand war ganz leise, nur auf seine Person und seinen Glauben bezogen, aber unumstößlich. Für seine Überzeugung ging er vor 75 Jahren in den Tod.

Jägerstätter lebte als Bauer in St. Radegund – gerade mal 50 Kilometer von Salzburg entfernt. Als einziger in seiner Heimatgemeinde stimmte er gegen den Anschluss an Hitler-Deutschland. Seiner ersten Einberufung zur Wehrmacht leistete er noch Folge, doch dem zweiten Gestellungsbefehl konnte er nicht mehr nachgeben. Immer mehr verfestigte sich sein Glaube, er besuchte jeden Tag die Heilige Messe, wurde Mesner seiner Pfarrkirche und studierte die Bibel. In den Krieg zu ziehen war für ihn moralisch unmöglich. Als er dies öffentlich erklärte, stellte sich das Dorf gegen ihn. Die einzige Unterstützung fand er bei seiner Frau Franziska. Nach seiner Inhaftierung wurde ihm noch die Möglichkeit gegeben, zu widerrufen. Aber Franz Jägerstätter fühlte sich bestärkt durch die vielen anderen Männer, die aus demselben Grund wie er in Haft saßen. Am 9. August 1943 wurde Jägerstätter durch das Reichskriegsgericht in Berlin zum Tode verurteilt und durch das Fallbeil hingerichtet.

Lange Zeit wurde Jägerstätter nicht als Widerstandskämpfer anerkannt, seiner Frau wurde deshalb keine Witwenpension zugesprochen. Erst nach Jahrzehnten setzte eine umfassende Würdigung seiner Person ein; sein Leben wurde in Büchern und Filmen aufgearbeitet, jährlich Gedenkfeiern abgehalten, sein Bauernhof zum Gedenk- und Begegnungsort, Straßen und öffentliche Gebäude nach ihm benannt. Anfangs stand selbst ein Teil der katholischen Kirche nicht hinter seiner Überzeugung, 2007 wurde Jägerstätter selig gesprochen.



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