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SREBRENICA

nach dem Bericht von Hasan Nuhanovic
„Da lag Srebrenica vor uns. Ich dankte Gott, dass wir es hierher geschafft hatten.“

2010: Hasan Nuhanovi? verklagt mit anderen Betroffenen die Niederlande, weil deren Blauhelmsoldaten das Massaker von Srebrenica nicht verhindert haben. Der ‚Hohe Rat’, das höchste niederländische Zivil- und Strafgericht, befindet den eigenen Staat schließlich für schuldig: 1995 überließ die holländische Blauhelm- Truppe „Dutchbat“ den Serben ohne jeden Widerstand die UN-Schutzzone Srebrenica – mit der Folge, dass 8.000 bosnische Zivilisten ermordet wurden: das größte Massaker in Europa nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Verübt von der Polizei und den serbischen Paramilitärs unter Führung von Ratko Mladi?, General der Armee der Republika Srpska.

Drei Jahre lang, seit Ausbruch des Krieges, war Hasan mit seinen Eltern und seinem Bruder in Bosnien auf der Flucht. Zuletzt verschlug es sie nach Srebrenica, in die vermeintliche Sicherheit der UN-Schutzzone. Hasan fand Arbeit als „Dutchbat“-Übersetzer. Doch als die Serben die Stadt einnahmen und deren Bewohner zum holländischen Hauptquartier flüchteten, half ihm auch seine Position als Dolmetscher nicht. Seine Familie wurde umgebracht, er selbst entkam mit knapper Not.

1995 versagten die internationalen Institutionen auf ganzer Linie, Europa verriet seine eigenen Werte. Heute werden eben diese Institutionen wieder in Frage gestellt, erneut macht sich Nationalismus breit, im Balkan wie überall sonst auf dem Kontinent. Sind die Lehren der Geschichte vergessen?

In einem außergewöhnlichen Projekt künstlerischer Recherche wird das Schauspielhaus Salzburg die Orte des Geschehens besuchen, mit Zeugen und Überlebenden sprechen und die eigenen Erfahrungen dokumentieren.


24. März 2018 - 27. April 2018
Schauspielhaus Salzburg, Studio



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