Project Name

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Frank Wedekind • Lulu
Inszenierung, Carl Philip von Maldeghem |  Bühne, Thomas Pekny |  Kostüme, Conny Lüders
Salzburger Landestheater


Lulu ist eine schöne, freizügige junge Frau, die selbstbewusst und auch egoistisch ihre Wünsche lebt. Sie zieht Männer
scharenweise in ihren Bann, doch ihre ungehemmte Lebensgier bringt sie schnell in gesellschaftliche Konflikte.
Frank Wedekind beschreibt Aufstieg und Fall dieser jungen Frau, die in einer Männerwelt schrankenlose Entfaltung für
sich beansprucht. Diese Versuchsanordnung stößt bis heute an Tabus, und so kommentiert der Autor selbst: »Was dem
Stücke fehlt, ist die eine oder andere Moral, die der auf seinen Gewinn bedachte Philister mit nach Hause nehmen kann.« 

Ein Chefredakteur, sein Sohn, ein Medizinalrat, ein Maler, ein Athlet, eine Gräfin und Jack the Ripper begegnen Lulu
und verwickeln sich in ein Netz der Leidenschaften. Jeder bezahlt einen Preis dafür. Die Figur der Lulu hat seit jeher das
Publikum fasziniert und abgestoßen, war seit jeher Projektionsfläche unterschiedlicher Interpretationen. So wurde sie als
»Femme fatale«, unschuldige Kindfrau, aber auch als Symbol weiblicher Befreiung und Opfer einer Männerwelt,
die ihre Selbstbestimmung nicht zulässt, gedeutet. Heute ist die Figur nach wie vor beklemmend aktuell in einer gesellschaftlichen
Debatte, in der der Prozess der Behauptung dessen, was Frauen und Männer im öffentlichen Raum dürfen, neu aufgeflammt ist.



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