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Miguel Herz-Kestranek

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Miguel Herz-Kestranek liest Schnitzler
im Odeion Kulturforum | Salzburg  


Miguel Herz-Kestranek gilt als der Schnitzlerinterpret schlechthin, der wie kaum ein anderer dem Zuhörer Schnitzlers Sprache
und Tonfall, seine genaue Menschenzeichnung und den unbestechlichen Blick in das „weite Land der Seele“ nahebringt, der
keinem melancholischem Klischee verfällt, sondern hart und knapp Schnitzlers böse Skizzen nachzeichnet, oder dem sensiblen
Analysten humorvoll und mit Erschrecken zugleich nachspürt.  

Die beklemmende Studie „Ich“ zeigt den im Anfangsstadium noch ganz natürlich erscheinenden Realitätsverlust
eines Mannes, der diese Welt in ihrer Ungeheuerlichkeit zu bezweifeln beginnt. Im „Ehrentag“ setzt Schnitzler ein
paar Spaßvögeln aus der sogenannten guten Gesellschaft, die sich  mit einem kleinen Chargenspieler einen Scherz erlauben,
die tödliche Verzweiflung des Verhöhnten entgegen.  

Die tragikkomische Burleske „Der Empfindsame“ und die köstliche Ferialkorrespondenz zweier Jünglinge in „Der Leuchtkäfer“
lassen hingegen den zweiten Teil heiter ausklingen.   




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