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Alcina - Georg Friedrich Händel

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Alcina - Georg Friedrich Händel

Dramma per musica in drei Akten ...................................
Wiederaufnahme

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln


Dauer: ca. 3 Stunden 15 Minuten

Auf Alcina lastet eine dunkle Vergangenheit. Unzählige Männer hat sie auf ihre Zauberinsel gelockt, zu ihren Geliebten gemacht und — ihrer müde geworden — in Pflanzen, Felsen oder wilde Tiere verwandelt. Astolfo etwa, ihr neuestes Opfer, fristet nun als Löwe sein Dasein. Sein Nachfolger ist der junge Ritter Ruggiero.
Wenn die Handlung von Alcina (1735), Händels dritter Oper nach Ariostos Renaissance-Epos Orlando furioso, einsetzt, ist er der Zauberin bereits vollkommen verfallen. Doch seine Verlobte Bradamante, die er wie sein ganzes früheres Leben vergessen hat, ist gemeinsam mit ihrem alten Erzieher Melisso gekommen, um Ruggiero für sich zurückzugewinnen. In männlicher Verkleidung gibt sie sich als ihr eigener Bruder Ricciardo aus und weckt im Nu die Liebe von Alcinas Schwester Morgana.
Bradamantes falsche Identität ist nur die erste einer Reihe von gezielten Täuschungen, von „inganni“, die Keile der Verunsicherung und des Misstrauens zwischen die Figuren treiben.
Der Ort, an dem „Ricciardo“ und Melisso willkommen geheißen werden, ist das „Elysium der Lebenden“, eine Welt der befreiten Empfindung und Sinnlichkeit, des Genusses und der Lust, unbekümmert um das Gestern und das Morgen. Wer könnte da so leicht widerstehen?
Ruggiero ist von Alcina im doppelten Wortsinn verzaubert: von ihr als Frau und als Zauberin.
Doch der Zauber ist nicht vor Gegenzauber gefeit. Als Melisso eine wohldurchdachte, auf Beschämung zielende Strategie anwendet und den „erbärmlichen Krieger der Liebe“ auf den „edlen Pfad des Ruhmes“ zurückruft, weicht alle Pracht einer „schrecklichen Einöde“.
Und Ruggiero erkennt: Er muss sich von Alcina abwenden und zurück zu Bradamante, zurück zu einer Liebe, die Verantwortung, Treue und Kompromissbereitschaft vor Leidenschaft stellt.

In Orlando furioso werden die Ereignisse ganz aus der Perspektive Ruggieros erzählt. Als er Alcina verlässt, deren Jugend und Schönheit bloßer Trug sind, bezeichnet Ariost sie drastisch als „alte Hure“.
Händels Oper ist bereits im Libretto davon entfernt, Alcina im Sinne eines simplen Dualismus als Inbegriff des verführerischen Lasters zu betrachten.
Die Musik schließlich verleiht dem Text eine psychologische Vielschichtigkeit, die jede moralische Wertung relativiert. Jenseits ihrer (versagenden) magischen Kräfte interessierte Händel an Alcina das private Schicksal einer alternden Frau, die an einem Wendepunkt steht. Das flatterhafte „amare e disamare“, der rasche Wechsel von Liebe und Liebesentzug, dem sie so lange zugetan war, ist ihr fremd geworden.
Denn die Gefühle, die sie für Ruggiero empfindet, sind zum ersten Mal so intensiv, dass Alcina sie für immer bewahren will. An dieser Liebe — ein möglicher neuer Aufbruch — wird Alcina jedoch zerbrechen. Auf dem Weg vom unbeschwerten Glück bis zur äußersten Hoffnungslosigkeit durchläuft sie ein emotionales Spektrum, das Verletztheit, Unglaube, Eifersucht, Angst und Verzweiflung ebenso kennt wie Aufbegehren, Zorn, Hohn und Rache.
Alcina bildet eines der eindrucksvollsten Figurenporträts in Händels Opernkosmos.


Gianluca Capuano Musikalische Leitung
Damiano Michieletto Regie

Cecilia Bartoli Alcina
Philippe Jaroussky Ruggiero
Sandrine Piau Morgana
Kristina Hammarström Bradamante
Christoph Strehl Oronte
Alastair Miles Melisso

Bachchor Salzburg
Les Musiciens du Prince — Monaco


08. - 18. August 2019
Haus für Mozart


Alcina-PREMIERE nur in Kombination mit einer weiteren Festspielveranstaltung erhältlich!!
Sh.
Alcina - Premieren-Arrangements


Alcina mit Cecilia Bartoli
Saalplan Haus für Mozart, Salzburg

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