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Médée - Luigi Cherubini

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Médée - Luigi Cherubini

Opéra in drei Akten (1797)
Libretto von François-Benoît Hoffman nach den Tragödien Medea von Euripides und Médée von Pierre Corneille

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer: ca. 2 Stunden 45 Minuten


Neuinszenierung

Kolchis — allein das Wort bringt Dirce aus der Fassung, so heftig, dass der martialische Chor, den die versammelten Gäste im ersten Bild von Cherubinis Médée zu Ehren von Jason und seiner jungen Braut angestimmt haben, abrupt abgebrochen wird. Kolchis, das ist die Heimat von Medea, irgendwo am Rand der zivilisierten Welt; und Medea ist nicht einfach der Name jener Frau, die Jason mit den beiden gemeinsamen Kindern verlassen hat, um in Korinth, dem Reich von Dirces Vater Kreon, ein neues Leben zu beginnen. In Dirces angstvoller Reaktion hallt die tiefe Beunruhigung wider, die die Taten der mythischen Medea seit zweieinhalbtausend Jahren auslösen: Nachdem sie in Kolchis Jason zu dem begehrten Goldenen Vlies verholfen hatte, aus Liebe zu dem Griechen zur Verräterin des Vaterlands, vielleicht sogar zur Mörderin ihres Bruders geworden war, folgte sie Jason nach Jolkos und soll dort den Tod seines königlichen Onkels verantwortet haben. In Korinth geht sie, betrogen und gedemütigt, schließlich zum Äußersten: Entschlossen, ihrem Gatten die schlimmste Strafe widerfahren zu lassen, wird sie nicht nur dessen neue Frau töten, sondern auch ihre eigenen, mit Jason gezeugten Kinder.

Das Schreckbild, das Medea für Dirce und die Korinther darstellt, lässt sich zu Beginn der Oper umso leichter nähren, als Medea — anders als in Euripides’ berühmter Dramatisierung des Stoffes — von Jason in der Ferne zurückgelassen wurde. Als Abwesende bietet sie eine willkommene Projektionsfläche, vor der sich vor allem Jason reinwaschen kann. Als Medea während der Hochzeitsfeierlichkeiten plötzlich in Korinth auftaucht und die erste ihrer beiden großen Arien beginnt, durchkreuzen Librettist und Komponist die geschürte Erwartungshaltung. Wir begegnen einer verzweifelten, ihrer Kinder beraubten Mutter, die sich flehend an Jason wendet. Noch immer liebt sie ihn, und der Vorwurf „Undankbarer!“, der mehrmals aus ihr hervorbricht, entspringt tiefster Kränkung.

Cherubinis Oper klammert die magischen und übernatürlichen Aspekte der mythischen Figur weitgehend aus. Medea nicht als Hexe, sondern als „normale“ Frau — intelligent und leidenschaftlich, stark und liebesfähig, vor allem menschlich. Unter dieser Prämisse verlangt ihre innere Entwicklung hin zur Katastrophe einen Blick, der nichts für selbstverständlich oder schicksalhaft nimmt.

Médée, das 1797 uraufgeführte Hauptwerk des italienisch- französischen Komponisten Luigi Cherubini, betrachtet die inneren Prozesse der Titelfigur wie unter einem Vergrößerungsglas und vermittelt sie in äußerster Präzision. Medea beherrscht die Bühne stärker, als es die Hauptgestalt einer Oper bis dahin je getan hatte.


Thomas Hengelbrock Musikalische Leitung
Simon Stone Regie

Sonya Yoncheva Médée
Pavel Cernoch Jason
Vitalij Kowaljow Créon
Rosa Feola Dircé
Alisa Kolosova Néris

Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Ernst Raffelsberger Choreinstudierung

Wiener Philharmoniker


30. Juli - 19. August 2019
Großes Festspielhaus


Médée-PREMIERE nur in Kombination mit einer weiteren Festspielveranstaltung erhältlich!!
Sh.
Médée - Premieren-Arrangements


Médée mit Sonya Yoncheva
Saalplan Großes Festspielhaus, Salzburg

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