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Sommergäste - Maxim Gorki

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Sommergäste - Maxim Gorki
Neuinszenierung

Eine Gruppe gebildeter, gut situierter, intelligenter Großstädter in den besten Jahren verbringt den Sommer im gemieteten Ferienhaus des Rechtsanwalts Bassow auf dem Land und vertreibt die lähmende Langeweile des sie verbindenden kleinbürgerlichen Umfelds mit seichten Gesprächen und viel Alkohol.
Ein Schriftsteller kommt zu Besuch. Warwara, die Frau des Gastgebers, fühlt sich zu ihm hingezogen und lässt dafür den Lebemann Rjumin abblitzen, der ihr verfallen zu sein scheint.
Suslow, ein Bauingenieur aus der Gruppe, trinkt.
Die mehrfache Mutter Olga schwankt zwischen Hass auf ihren erfolglosen Mann, den Arzt, und sich selbst, während sich die Ärztin Marja in den wesentlich jüngeren Wlas verliebt.
Der ehemalige Fabrikant beobachtet und genießt...

Über alledem steht die Frage nach dem Sinn in einem selbstbezüglichen, narzisstischen, vollkommen unpolitischen Kosmos — und das macht Gorkis Szenen so aktuell.

Am 10. November 1904 kommt Gorkis Drama in Sankt Petersburg erstmals auf die Bühne.
„Die Aufführung der Sommergäste war ein Skandal und ich bin zufrieden“, schreibt Gorki und ergänzt: „Das Stück ist nicht besonders, aber ich habe getroffen, wohin ich gezielt habe!“
Das Werk erscheint in politisch angespannten Zeiten am Vorabend der Revolution von 1905.
Gorki, der am Streik der Arbeiter am 9. Januar 1905 in Sankt Petersburg teilgenommen hat, wird verhaftet, das Stück daraufhin abgesetzt und — aufgrund des politischen Drucks — im Herbst desselben Jahres jedoch wieder freigegeben. Mehrfach waren Aufführungen zu politischen Demonstrationen genutzt worden — Zuschauer verlasen etwa Aufrufe, die Regierung zu stürzen —, weshalb Gorkis Sommergäste aus dem gesellschaftlichen Kontext der Entstehung heraus auch immer vor einem politischen Hintergrund gelesen wurde.
„Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele“, so Gorki.

Mateja Koležnik verfolgt diesen Gedanken generell in ihrer Arbeit und im Kontext der Sommergäste einmal mehr, da sich die Begriffe „Gesellschaft“ und „Kunst“ seit der Entstehung des vieraktigen Dramas 1904 grundlegend verändert haben. Der Schriftsteller etwa, der auf die Sommerfrischler trifft, ist nicht mehr ins Heute übertragbar, da die Kunst als Gegenpol zur Gesellschaft verloren gegangen ist. Hat die Gesellschaft damit auch ihre Seele verloren? Und was bedeutet das für das Theater, das Kunst sein will? Fragen, die sich bereits in der Entstehungszeit andeuteten.


Mateja Koležnik Regie

Primož Pirnat Sergej Bassow, Rechtsanwalt
Genija Rykova Warwara Michajlowna, seine Frau
Gerti Drassl Kalerija, Bassows Schwester
Paul Behren Wlas, Bruder von Warwara
Sascha Nathan Pjotr Suslow, Ingenieur
Aenne Schwarz Julija Filippowna, seine Frau
Jana Zupancic Olga Aleksejewna
Marko Mandic Pawel Rjumin
Marie-Lou Sellem Marja Lwowna, Ärztin
Maresi Riegner Sonja, ihre Tochter
und andere


31. Juli - 08. August 2019
Pernerinsel Hallein


Sommergäste
Saalplan Pernerinsel Hallein

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