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Mina - Sara Abbasi

Eigentlich führt Mina ein ganz normales Leben: Sie ist eine junge, erfolgreiche Frau, ihre Eltern sind geschieden, ihr Vater ist weg – so weit nichts Besonderes. Viel weiß sie nicht über den abwesenden Vater, nur, dass ihre Mutter ihn einst auf einer Reise nach Teheran kennengelernt hatte und dass Mina ihm ähnlich sehen soll. Aufgrund der Islamischen Revolution mussten die Eltern den Iran verlassen und fanden Zuflucht in Deutschland, wo Mina zur Welt kam. Als sie fünf Jahre alt war, verschwand der Vater. Was genau damals passiert ist, weiß Mina nicht – ihre Mutter will nicht darüber sprechen. Wer waren ihre Eltern vor der Flucht? Wer ist sie selbst? Wie wichtig ist die Vergangenheit für ihre Gegenwart und wie groß der Einfluss eben dieser Gegenwart auf ihre Erinnerung? Warum träumt sie immer wieder von der Hitze über den Flachdächern Teherans, obwohl sie nie dort war?

Aus diesem Gefühl der Zerrissenheit heraus entwickelt Mina den Plan, sich selbst zu entdecken. Ihre Suche dokumentiert sie in einem Videoblog, sie konfrontiert die Menschen in ihrem Umfeld, spinnt Fäden der Erinnerung, die sich aber nie zu einem eigenen Schicksal verbinden lassen. Eine wilde Materialflut bricht über sie herein: Videos, Fotos, Zeitzeugenberichte – alles steht ungeordnet nebeneinander, bis die zahllosen Möglichkeiten verschwimmen und in ihre Lebenswelt eindringen. Minas Verzweiflung schlägt in Lebenswut um, die sie selbst nicht mehr deuten kann. Ayatollah Khomeini, Ulrike Meinhof, Platon und Saint Just werden dabei zu ihrem Rüstzeug. In ihrer Wut empfindet sie immer stärkere Sehnsucht nach einem Ausweg – den sie keinesfalls allein gehen will.


14. November 2019 - 12. Jänner 2020
Kammerspiele Salzburg


Auf Anfrage Ermäßigungen für Schüler, Studenten (< 26) an manchen Terminen möglich!



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